Madenwürmer bei Kindern: Wie erkennt und behandelt man sie und beugt einer erneuten Infektion vor?

Ein Mädchen wäscht sich neben seiner Mutter am Waschbecken die Hände mit Seife.

»Mein Po juckt!« Wenn Ihr Kind nachts aufwacht und diesen Satz wiederholt, sollten Sie auch an Madenwürmer denken. Vielleicht haben Sie gerade eine Nachricht aus dem Kindergarten oder der Schule erhalten, dass in der Gruppe Fälle aufgetreten sind, und fragen sich, was Sie zuerst tun sollen.

Madenwürmer sind kein Grund, sich zu schämen oder nach Schuldigen zu suchen. Sie kommen bei Kindern im Vorschul- und Schulalter häufig vor und können sich auch innerhalb der Familie verbreiten. Am meisten erreichen Sie mit einem ruhigen Vorgehen, einer geeigneten Behandlung und einigen konsequenten Alltagsgewohnheiten.

Woher kommen Madenwürmer?

Madenwürmer, auch Enterobius vermicularis genannt, sind kleine weiße Würmer, die im menschlichen Darm leben. Ausgewachsene Weibchen sind etwa einen Zentimeter lang und legen nachts ihre Eier auf der Haut rund um den After ab. Dadurch entsteht der typische Juckreiz.

Beim Kratzen kann das Kind die Eier an die Finger und unter die Nägel bringen. Von dort gelangen sie auf Spielzeug, Türklinken, Wäsche, Bettwäsche oder Lebensmittel. Eine Infektion entsteht, wenn die Eier in den Mund gelangen und verschluckt werden. So kann sich das Kind selbst erneut anstecken oder die Infektion auf andere übertragen.

Im Kindergarten und in der Schule, wo Kinder Gegenstände gemeinsam nutzen und hygienische Gewohnheiten erst lernen, kommt es schnell zu einer solchen Übertragung. Die Eier können in der Umgebung bis zu etwa drei Wochen infektiös bleiben. Deshalb ist neben der Behandlung auch Hygiene wichtig.

Wie erkennt man Madenwürmer bei Kindern?

Das typischste Anzeichen ist Juckreiz rund um den After, besonders abends und nachts. Das Kind schläft möglicherweise unruhig, wacht auf und ist am nächsten Tag gereizt. Manchmal sind rund um den After oder auf der Unterwäsche kleine weiße Würmer zu sehen, die dünnen Fäden ähneln. Einige infizierte Personen haben jedoch keine erkennbaren Beschwerden.

Rufen Sie bei Verdacht die Kinderarztpraxis an. Zur Bestätigung der Infektion kann ein Klebestreifenabklatsch von den Hautfalten am After angeordnet werden. Die Probe wird morgens vor dem Waschen und dem Toilettengang nach den Anweisungen der Praxis beziehungsweise des Labors entnommen. Häufig muss die Entnahme an drei aufeinanderfolgenden Morgen wiederholt werden. Eine gewöhnliche Stuhluntersuchung ist für den Nachweis von Madenwürmern nicht die am besten geeignete Untersuchung.

Praktischer Tipp: Notieren Sie vor dem Anruf, wann der Juckreiz auftritt, wie lange er anhält und ob jemand anderes zu Hause ähnliche Beschwerden hat.

Wie werden Madenwürmer behandelt?

In Slowenien wird ein geeignetes Medikament gegen Madenwürmer ärztlich auf Rezept verordnet. Bei der Auswahl werden das Alter des Kindes, sein Gesundheitszustand und mögliche andere Medikamente berücksichtigt.

Die Behandlung wird in der Regel nach 14 Tagen gemäß den ärztlichen Anweisungen wiederholt. Die Medikamente töten die Würmer, aber nicht ihre Eier ab. Deshalb ist die Wiederholung ein wichtiger Teil der Behandlung.

Da Madenwürmer leicht zwischen Haushaltsmitgliedern übertragen werden, werden in der Regel auch die anderen Personen im Haushalt gleichzeitig behandelt, selbst wenn sie keine Symptome haben. Welche Behandlung für die einzelne Person geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, besonders bei kleinen Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern.

Praktischer Tipp: Tragen Sie den Termin für die erneute Einnahme sofort in den Kalender ein. Beenden Sie die Behandlung nicht allein deshalb, weil der Juckreiz nachgelassen hat. Wenn die Beschwerden trotz Behandlung wiederkehren, wenden Sie sich erneut an die Kinderarztpraxis.

Erneuten Infektionen vorbeugen: Entscheidend sind die täglichen Gewohnheiten

Bei Madenwürmern kommt es nicht nur darauf an, welches Medikament das Kind erhält, sondern auch darauf, was die Familie in den folgenden Wochen unternimmt.

Hände und Nägel. Waschen Sie die Hände gründlich mit Wasser und Seife nach dem Toilettengang und dem Windelwechsel sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen. Die Nägel sollten kurz und sauber sein. Ermutigen Sie Ihr Kind behutsam, nicht an den Nägeln zu kauen, an den Fingern zu lutschen oder sich am After zu kratzen.

Morgenroutine. Morgendliches Duschen hilft, die über Nacht abgelegten Eier zu entfernen. Wechseln Sie Unterwäsche und Schlafanzug täglich. Während der Behandlung sollten Kinder getrennt duschen beziehungsweise gewaschen werden, anstatt gemeinsam im selben Wasser zu baden.

Wäsche und Haushalt. Wechseln Sie Handtücher und Bettwäsche häufig und waschen Sie sie, sofern das Material es zulässt, bei 60 °C. Schütteln Sie die Wäsche vor dem Waschen nicht aus. Reinigen Sie regelmäßig Sanitäranlagen, Türklinken, Wasserhähne und Spielzeug, das Ihr Kind häufig berührt; übliche Reinigungsmittel reichen aus. Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch benutzen.

Alle Haushaltsmitglieder sollten die verstärkten Hygienemaßnahmen noch zwei Wochen nach der letzten Medikamenteneinnahme fortführen.

Für einen leichteren Start in den Tag: Legen Sie frische Unterwäsche und ein sauberes Handtuch bereits am Abend bereit. So wird die Morgenroutine etwas weniger anstrengend.

Darf ein Kind mit Madenwürmern in den Kindergarten oder in die Schule?

Informieren Sie bei einer bestätigten Infektion den Kindergarten beziehungsweise die Schule. Dabei geht es darum, die Eltern rechtzeitig zu informieren und Hygienemaßnahmen konsequenter umzusetzen, ohne das Kind bloßzustellen.

Das slowenische Nationale Institut für öffentliche Gesundheit (NIJZ) empfiehlt, dass das Kind nach Abschluss der ersten Behandlungsrunde wieder in die Gemeinschaftseinrichtung zurückkehrt. Vereinbaren Sie den genauen Zeitpunkt der Rückkehr mit der Kinderarztpraxis und der Einrichtung. Setzen Sie die Hygienemaßnahmen auch dann fort, wenn das Kind bereits wieder mit Gleichaltrigen zusammen ist.

Und was ist mit Papayaenzymen und Knoblauchöl?

Papayaenzyme und Knoblauchöl sind Nahrungsergänzungsmittel. Sie ersetzen weder die verordnete Behandlung noch die Hygienemaßnahmen.

Papaya-Enzym NOW (180 Kautabletten) enthält Papain aus Papaya, Bromelain aus Ananas und weitere Enzyme. Papain gehört zu den Enzymen, die Eiweiße spalten. Das Produkt hat Pfefferminzgeschmack und liegt als Kautablette vor. Laut Herstellerangaben ist es für Erwachsene und Kinder über 4 Jahre bestimmt.

Knoblauchöl NOW (100 Weichkapseln) enthält konzentriertes Öl aus Knoblauchzwiebeln. Dieses Nahrungsergänzungsmittel ist laut Herstellerangaben ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Erwachsene, die Medikamente einnehmen, insbesondere Mittel zur Verminderung der Blutgerinnung, sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

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