Wenn Sie nach Informationen über Schlaf, Kollagen oder Aminosäuren suchen, begegnet Ihnen möglicherweise immer wieder derselbe Name: Glycin. Wie kann es sein, dass ein und derselbe Stoff in so unterschiedlichen Zusammenhängen auftaucht?
Glycin ist eine Aminosäure, die im Körper mehrere Aufgaben erfüllt – von der Beteiligung am Aufbau von Proteinen bis zur Übertragung von Nervensignalen. Sehen wir uns an, was über Glycin wissenswert ist und worauf Sie bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels achten sollten.
Was ist Glycin? Eine kleine Aminosäure mit mehreren Aufgaben
Glycin ist die einfachste Aminosäure und einer der Bausteine von Proteinen. Es gehört zu den nicht essenziellen Aminosäuren, das heißt, der Körper kann es selbst bilden. Die Bezeichnung „nicht essenziell“ bedeutet also nicht, dass wir Glycin nicht brauchen, sondern dass wir nicht ausschließlich auf seine Zufuhr über die Nahrung angewiesen sind.
Glycin nehmen wir auch über die Ernährung als Bestandteil von Proteinen auf. Ein Nahrungsergänzungsmittel bietet eine zusätzliche Quelle dieser Aminosäure in Form von Kapseln oder Pulver.
Wissenswert: Glycin schmeckt von Natur aus süß. Wenn Sie beim Einrühren von reinem Glycin in Wasser eine leicht süßliche Note bemerken, stammt diese von der Aminosäure selbst. Dafür sind also weder zugesetzter Zucker noch Süßungsmittel nötig.
Wofür verwendet der Körper Glycin?
Es ist ein wichtiger Baustein von Kollagen. Kollagen ist ein Strukturprotein der Haut, der Sehnen und anderer Bindegewebe. In seiner charakteristischen Struktur ist jede dritte Aminosäure Glycin. Aufgrund seiner geringen Größe ermöglicht es, dass sich drei Kollagenketten eng zu einer Dreifachhelix zusammenlagern. Glycin ist also nicht dasselbe wie Kollagen, sondern einer seiner Bestandteile.
Es ist an der Bildung anderer wichtiger Verbindungen beteiligt. Dazu gehört Glutathion, das in den Zellen als Antioxidans wirkt und aus drei Aminosäuren besteht: Glycin, Cystein und Glutaminsäure. Der Körper verwendet Glycin auch zur Bildung von Kreatin, weshalb sein Name auch im Zusammenhang mit Sporternährung auftaucht.
Es ist an der Kommunikation zwischen Nervenzellen beteiligt. Neben seiner Rolle in Proteinen wirkt Glycin auch als Nervenbotenstoff. Seine Wirkung hängt von den Rezeptoren ab, an die es bindet. Es ist sowohl an der hemmenden als auch an der erregenden Übertragung von Nervensignalen beteiligt.
Glycin und Schlaf: Woher kommt dieser Zusammenhang?
Forschende haben Glycin auch im Zusammenhang mit dem Schlaf untersucht. In einer kleinen, kurzzeitigen Studie mit Erwachsenen, die mit ihrem Schlaf unzufrieden waren, wurden nach der abendlichen Einnahme Verbesserungen bei einigen Messgrößen festgestellt, unter anderem bei der subjektiven Bewertung der Schlafqualität und der zum Einschlafen benötigten Zeit.
Eine zweite kleine Studie begleitete Erwachsene, die drei Nächte lang weniger als gewöhnlich schliefen. Die Forschenden interessierten sich vor allem für Müdigkeit, Schläfrigkeit und Aufmerksamkeit am folgenden Tag; am ersten Tag stellten sie bei den Teilnehmenden, die Glycin erhalten hatten, eine geringere subjektiv empfundene Müdigkeit fest. Solche Studien erklären das Interesse an Glycin sowohl im Zusammenhang mit der Nachtruhe als auch mit dem Befinden tagsüber.
Glycin in Kapseln oder als Pulver – welche Form wählen?
Fragen Sie sich bei der Auswahl vor allem, welche Art der Einnahme Ihnen besser liegt und was das jeweilige Produkt enthält.
Kapseln sind praktisch, wenn Sie kein Getränk zubereiten möchten. Im Sortiment von Extenlab finden Sie Glycin von NOW in Kapseln und Glycin von Swanson in Kapseln. Die Glycinmenge in jeder Kapsel ist bereits abgemessen, wobei sich die beiden Produkte im Glycingehalt pro Kapsel unterscheiden.
Pulver ist eine Option für alle, die ungern Kapseln schlucken. Glycin-Pulver von NOW enthält Glycin ohne weitere Zutaten. Laut Anwendungshinweisen können Sie es mit Wasser oder Saft mischen. Messen Sie vor der Anwendung die empfohlene Menge genau ab. Der Hersteller empfiehlt die Einnahme auf nüchternen Magen.
Praktischer Tipp: Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf die Packungsgröße. Prüfen Sie den Glycingehalt, die empfohlene Anwendung und die Hilfsstoffe und wählen Sie die Form, die für Sie am einfachsten anzuwenden ist. Halten Sie sich bei der Dosierung immer an die Anweisungen auf der Verpackung des ausgewählten Produkts.
Ist Glycin dasselbe wie Magnesiumglycinat?
Nein – ein ähnlicher Name bedeutet nicht, dass es sich um dasselbe Nahrungsergänzungsmittel handelt. Glycin ist eine Aminosäure, Magnesiumglycinat beziehungsweise Magnesiumbisglycinat hingegen ist eine Magnesiumform, bei der das Magnesium an Glycin gebunden ist. Ein solches Produkt dient vor allem dazu, die Magnesiumzufuhr zu ergänzen.
Prüfen Sie deshalb bei der Auswahl, ob Sie Glycin als Einzelpräparat oder ein Magnesiumpräparat suchen. Schon ein Blick auf die Zusammensetzung und die Menge des jeweiligen Wirkstoffs hilft Ihnen, die Produkte zu unterscheiden und das für Ihren Zweck passende auszuwählen.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.



